Schutz von Kopf bis Fuß

SCHUTZBEKLEIDUNG

 

Vorstellung unserer Schutzausrüstung je nach Einsatzart und Umgebung

Einführung

 

Ein Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau schützt sich mit seiner persönlichen Schutzausrüstung (PSA) vor den vielfältigen Gefahren am Einsatzort wie beispielsweise Atemgiften, hohen Temperaturen und Schnittverletzungen.

Je nach Einsatz kann der Feuerwehrangehörige weitere Kleidung oder Gegenstände mit sich tragen. Diese Wahl richtet sich nach Aufgaben der einzelnen Personen.

 

Aufbau und Ausstattung bleiben den einzelnen Herstellern überlassen. Die Schutzwirkung der einzelnen Teile müssen jedoch der EU-Norm entsprechen. Nicht genormt ist dabei die Farbe, wie fälschlicherweise oft angenommen wird. In Deutschland wird üblicherweise Schutzausrüstung nach HuPF (Herstellungs- und Prüfrichtlinie von Feuerwehrschutzkleidung) und nach DIN EN 471 getragen.

 

Eine Auflistung unserer Schutzbekleidung sehen Sie in den folgenden Beiträgen:

Grundausrüstung

Dieser Schutz ist bei den häufigsten Anwendungen die Grundausrüstung für den Feuerwehrmann. Der Anzug BAYERN 2000. Er besteht aus einem feuerhemmenden Material (Nomex) und soll Schutz vor Hitzestrahlung und Flammeinwirkung bieten. Ebenfalls ist er mit Reflektionsstreifen und fluoreszierenden Streifen versehen.

Unsere Schutzanzüge bestehen aus Schutzhose und Schutzjacke. Laut Norm müssen in Deutschland sowohl Hose als auch Jacke im Brandeinsatz einen Wärmeschutz von 40 kW/m² aufweisen.

Diese Grundausrüstung besteht aus folgenden Bestandteilen: 

 - Schutzanzug (Latzhose/Jacke)

 - Helm (phosphoreszierend und reflektierend mit Visier zum Schutz vor Splittern)

 - Koppelgurt (zum Halten oder Abseilen)

 - Sicherheitsstiefel mit Stahlkappen

 - Lederhandschuhe (zum Vorbeugen gegen Schnittverletzungen)

 

Ausrüstung für Atemschutzgeräteträger

In Verbindung mit der Grundausrüstung ermöglicht diese Ausrüstung das Arbeiten in verrauchter oder sauerstoffarmer Umgebung, in brennenden Gebäuden oder bei Einsätzen mit Atemgiften.

 

 Die Ausrüstung für Atemschutzgeräteträger besteht aus folgenden Bestandteilen:

 - Stiefel, Koppelgurt und Helm aus Grundausrüstung

 - feuerbeständige Überjacke

 - feuerbeständige Hose

 - feuerbeständige Handschuhe

 - Rettungsleine (zur Eigensicherung oder zum Abseilen bei Innenangriffen)

 - Handfunkgerät (zur Verständigung nach "außen" bei Innenangriffen)

 - Handlampe

 - Pressluftatmer mit Maske (Überdruck)

 - feuerfeste Schutzhaube ("Sturmhaube")

 - Keile (zum "Offen halten" von Türen)

 - Gurtmesser (zum Durchschneiden der Träger zur Befreiung aus einer Notlage)

Hitzeschutzbekleidung

Die Hitzeschutzbekleidung (Kopfbedeckung, Handschuhe) dient dem Schutz vor extremer Hitzestrahlung. Diese Kleidung trägt der Atemschutzgeräteträger bei Bedarf über seiner Ausrüstung.

 

Hitzeschutzkleidung soll vor thermischen Risiken schützen.
Thermische Risiken sind Flammen, Kontakthitze, Strahlungshitze, Funken feuerflüssiger Medien sowie heiße Gase und Dämpfe. Die Schutzwirkung der Kleidung muss während der Einwirkung erhalten bleiben, das heißt sie darf nicht schmelzen und nicht schrumpfen.

 

Bei Temperaturen über 45°C werden Schmerzen, bei Temperaturen über 55°C Verbrennungserscheinungen hervorgerufen. Die Kleidung muss also möglichst lange dafür sorgen, dass die Temperatur direkt auf der Haut 45°C nicht überschreitet.

 

Einsatzbereiche für diese Schutzbekleidung der Feuerwehr wären alle Lagen mit ungewöhnlich starker Wärmestrahlung, beispielsweise Brände in Chemiefabriken, an Ölförderanlagen oder Tank-/Kesselwagen. Prinzipiell könnte der Hitzeschutz auch bei der Brandbekämpfung bzw. zur Personenrettung eingesetzt werden.

 

leichter Chemieschutzanzug

Dieser leichte Chemieschutzanzug wird mit und ohne Atemschutz getragen und dient als Spritzschutz bei chemischen Stoffen und kann als Infektionsschutz verwendet werden. Er ist nur für den Ersteinsatz gedacht und stellt keinen Vollschutz dar. Eine Anwendung wäre beispielsweise die Beseitigung von mit der Vogelgrippe infizierten Lebewesen.

Nicht zu verwechseln ist dieser Anzug mit dem grünen Chemieschutzanzug (CSA), der als Vollschutz dienen soll. Bei diesem Vollschutzanzug ist der Träger dabei komplett von seiner Umwelt isoliert und kann somit auch in radiologisch, chemisch oder bakteriologisch kontaminierten Gebieten arbeiten. Zur Atemluftversorgung trägt der CSA-Träger einen Pressluftatmer auf dem Rücken.

 

Wathose

Ein Feuerwehrmann trägt eine Wathose, um in trockener Kleidung längere Zeit in Gewässern zu arbeiten. Dies wäre zum Beispiel beim Bau von Ölsperren oder bei Hochwasser der Fall. Die Wathose besteht dabei aus einem Teilkörperanzug aus Nylon oder Neopren, der bis zur Brust den Körper vor Wasser schützt. An den Beinen ist die Wathose fest und wasserdicht mit Gummistiefeln vernäht bzw. verschweißt.

Häufig wird behauptet, dass die Wathose sich mit Wasser füllen könne und so den Träger unter Wasser ziehen könne. Dies ist jedoch physikalisch nicht möglich, da das Wasser in der Wathose keine größere Dichte hat als das Wasser im Gewässer. Es kommt in diesem Fall also zu keiner Krafteinwirkung, weder in Form von Auftrieb noch als Schwerkraft nach unten. Gefahr besteht aber dann, wenn man mit dem Oberkörper ins Wasser eintaucht. Die dabei entstehenden Luftblasen innerhalb der Wathose können einen starken Auftrieb im Bereich der unteren Extremitäten erzeugen und den Oberkörper regelrecht unter Wasser halten. Weiterhin ist Vorsicht geboten, da eine mit Wasser gefüllte Wathose eine höhere Angriffsfläche für strömendes Wasser bietet als eine eng anliegende. Dadurch ist es häufiger zu tödlichen Unfällen gekommen. Aus diesem Grund sollten Wathosen immer gemeinsam mit Rettungswesten getragen werden.

 

Der Schutzanzug wird von dem jeweiligen Feuerwehrmann getragen, der die Kettensäge bedient. Dieser Anzug ist ein handelsüblicher Schnittschutzanzug, der das Verletzungsrisiko bei der Waldarbeit, insbesondere beim Umgang mit einer Kettensäge verringert.

 

Er besteht aus folgenden Bestandteilen:

 - Schnittschutzhose

 - Schnittschutzjacke

 - Sicherheitsstiefel mit Schnittschutz

 - Helm mit Gesichts- und Hörschutz

 

Funktion der Schnittschutzhose:

Bei Berührung zerschneidet die Kette der Kettensäge den Oberstoff und nimmt aus der Schutzschicht die eingelegten Fäden auf, die sich dann um das Antriebsrad der Kettensäge wickeln und die Maschine in Sekundenbruchteilen blockieren. Einen hundertprozentigen Schutz können natürlich auch Schnittschutzhosen nicht bieten, selbst bei einem glücklich verlaufenen Schnittschutz ist mit leichten Verletzungen zu rechnen.

 

Schnittschutzbekleidung für Kettensägenführer

Jugendfeuerwehr

Die Feuerwehrjugend trägt ihren Schutzanzug während der praktischen Ausbildung und bei Übungen und bietet ihnen bei ihren Tätigkeiten ausreichend Schutz. Ab dem 16. Lebensjahr dürfen sie mit der aktiven Mannschaft ausrücken und erhalten anstatt des Kunststoffhelms einen Helm der aktiven Mannschaft. Jedoch darf die Feuerwehrjugend nicht im Gefahrenbereich eingesetzt werden und somit muss der restliche Anzug nicht den Schutzmaßnahmen der Ausrüstung von der aktiven Wehr entsprechen.

Der Grund für die nicht identische Kleidung zum Rest der Mannschaft besteht darin, dass man am Einsatzfall klar erkennt, dass hier ein Jugendlicher unter 18 Jahren beteiligt ist.

Die Uniform der Jugendfeuerwehr ist in Deutschland nach der Bekleidungsrichtlinie der Deutschen Jugendfeuerwehr festgelegt.

 

Die persönliche Schutzausrüstung besteht aus:
 - Kunststoffhelm (ab 16.Lebensjahr Helm der aktiven Wehr)
 - Schutzjacke

 - Latzhose
 - Handschuhe
 - festes Schuhwerk